Crowdfunding und Ernährungsprojekte

Das Thema Crowdfunding fand ich immer schon einen spannenden Ansatz: Ein individuelles Projekt oder eine Projektidee bekommt mit Hilfe zahlreicher Unterstützer aus dem Internet eine Möglichkeit zur Finanzierung und kann so Realität werden. Ein gesunde Portion Optimismus gehört dabei immer dazu. Aber wie funktioniert es genau? Besonders  wichtig für mich und mein Unternehmen vitamintexte: Wie kann Crowdfunding für Projekte im Bereich Ernährung und Gesundheit genutzt werden?

Kleinvieh macht auch Mist

Mehr als 4 Milliarden Menschen weltweit nutzen derzeit das Internet. Immer mehr wird die Internetgemeinschaft dabei auch aktiv, sei es für wirtschaftliche, kulturelle oder auch gemeinnützige Zwecke.Dabei basiert das Prinzip des Crowdfunding auf einer ganz einfachen Rechnung. Je mehr Leute sich für ein Projekt engagieren, desto mehr Geld kommt am Ende dafür zusammen. Das Prinzip beruht auf Freiwilligkeit: Gefällt mir ein Projekt, dann spende ich. Erleichtert wird meine Entscheidung durch individuelle kleine Anreize oder Belohnungen. Meistens gibt es eine vorab festgelegte Mindestsumme, die in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden muss. Wichtig ist vor allem die Anzahl der Unterstützer. Soziale Netzwerke helfen uns dabei, die Spendenaufrufe schnell und effizient zu verbreiten und weitere Informationen (z.B. aktueller Stand der Kampagne) zu kommunizieren. In der Schweiz gibt es bei heute über 40 Portale für Crowdfunding-Kampagnen, in Deutschland noch viel mehr, die Tendenz ist steigend.

Ist die Schweiz im Crowdfunding-Fieber?

Aktuell scheint zumindest die Schweiz im Crowdfunding-Fieber. So ersammelten sich im letzten Jahr rund 3000 Crowdfunding-Kampagnen die stolze Summe von 128,2 Millionen Schweizer Franken (vgl. 2015: 28 Mio Schweizer Franken). Dies hat das Institut für Finanzdienstleistungen in Zug (IFZ) in einer Studie errechnet.

Quelle: Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, Crowdfunding Monitor Schweiz 2017, Prof. Dr. Andreas Dietrich, Simon Amrein

Transparenz ist immens wichtig

Je genauer und transparenter das Projekt auf einer Crowdfunding-Plattform beschrieben wird, desto erfolgsversprechender läuft es in der Regel. Dazu gehören Informationen wie: Wer steckt sich hinter der Kampagne? Was sind die Beweggründe der Initianten? Wohin fliesst das Geld? Wer sind die Nutzniesser? Im besten Falle auch: Was geschieht, wenn noch mehr als der benötigte Betrag gespendet wird?

 

Ist eine Kampagne erfolgreich, erreicht sie innerhalb der Laufzeit das selbstgesteckte Finanzierungsziel und das Geld fliesst vollumfänglich in das Projekt. Wird der festgelegte Betrag nicht erreicht, werden die Gelder den Spendern über die Plattform zurückerstattet. Die Initianten gehen dann leider leer aus.

Quelle: https://greenroomblog.files.wordpress.com

Ernährung, Gesundheit - und Crowdfunding

Während für die Bereiche «Kultur und Kreatives» inzwischen zahlreiche Crowdfunding-Plattformen bestehen und viele Kampagnen erfolgreich gelaufen sind, gewinnen aktuell die Bereiche «Sport, Gesundheit» und «Gesellschaft, Soziale Projekte» an Bedeutung. Hierzu gehört auch der Bereich Lebensmittel und Ernährung. 

 

So vernetzt beispielsweise der Cluster Ernährung am Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) die bayerische Land- und Ernährungswirtschaft. Mit dem Crowdfunding Contest Food 2018 werden innovative Food Startups aus Deutschland gefördert, deren Produkte direkt oder indirekt mit der Herstellung von Lebensmitteln und Getränken zu tun haben: die bayerische Brotzeit in der Bento Box, individuell 3D gedruckte Schokolade, zuckerfreies & veganes Fruchtjelly, Jerky auf Jackfruchtbasis, oder fermentiertes und lebendiges Gemüse. Nicht jedes der zum Teil aufwändig hergestellten Produkte offenbart einen gesundheitlichen Mehrwert. Dafür darf hier die «Crowd» entscheiden, was gefällt und unterstützt wird.   

 

Überaus erfolgreich ersammelte sich beispielsweise im Jahr 2017 in der Schweiz ein Start-Up im Bereich Babyfood über die Plattform wemakeit  satte 52 000 Schweizer Franken für seine erste grosse Produktion von biologischem und regional produziertem Babybrei. Inzwischen ist das Start-up auf dem Schweizer Babyfood-Markt und auch in Deutschland etabliert. Eine Erfolgsstory.

 

Leider nicht ganz so erfolgreich erging es «gut»,  dem ganzheitlichen und multimedialen Kulinarik-Magazin vom Essen. In monothematischen Ausgaben sollten die etwas anderen Geschichten vom Essen erzählt und in allen Facetten erlebbar gemacht werden. Zwar wurden 2017 etwas mehr als 125 000 SFr über Spenden finanziert, damit aber leider nur 34% der geplanten Summe. Das Magazin «gut» wird es daher in der konzipierten Form nicht geben. 

Über die ursprüngliche Summe hinaus hat es dagegen diese Tage der Zürcher Verein Grassrooted mit seiner Vision Luxusüberschuss auf der Plattform 100 days geschafft. Der Verein möchte regionales, nicht der Norm entsprechendes und daher zweitklassiges Gemüse zurück in den Lebensmittelkreislauf bringen. Zur Vermeidung von Foodwaste soll der «Luxusüberschuss» sinnvoll verwertet und haltbar gemacht werden. 

Unser Projekt: ein Gewächshaus in Nepal zum Anbau von Früchten und Gemüse

Auch vitamintexte wagt sich neu ans Crowdfunding und nutzt im aktuellen Projekt das Potenzial dieser Idee für ein etwas anderes Ernährungsprojekt. Mit "Ein Gewächshaus für Embalama" (26.10.2018 - 25.11.2018) unterstützt vitamintexte die Snowland Children Foundation in ihren Bemühungen um tibetische Flüchtlinge in Indien und Nepal. Mit dem Betrag von 25 000 SFr möchte die Stiftung in einem Bergdorf im Himalaya ein stabiles Gewächshaus errichten. Dieses dient dem Anbau von Bio-Gemüse und Früchten zur eigenen Versorgung der Dorfbevölkerung. Zusätzlich wird den Bewohnern die Möglichkeit zum Verkauf von Waren auf lokalen Märkten zur langfristigen Sicherung ihres Einkommens geschaffen. Die Dorfbevölkerung sowie örtliche Vereine werden bereits zum jetzigen Zeitpunkt miteinbezogen und fiebern aktiv mit, ob das Projekt zustande kommt. Als Plattform haben wir uns mit wemakeit für die grösste Crowdfunding-Plattform der Schweiz entschieden. Ab Freitag, 26.10. heisst es dann für die Dauer von 4 Wochen mitfiebern und Daumen drücken für grösstmöglichen Erfolg.

 

Auch für diesen Blogbeitrag auf «Aufgegabelt» gibt es eine umfangreiche Materialsammlung zum Thema «Crowdfunding und Ernährungsprojekte» auf Pinterest.

Und hier geht`s zum Projekt "Ein Gewächshaus für Embalama" bei wemakeit.

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